Ankündigung Ausgabe 6

Ausgabe 6 von Queer*Welten erscheint am 26.08.2021!

Ihr könnt sie ab sofort vorbestellen.

Neu abgeschlossene Abos beginnen ab sofort ab Ausgabe 6.

Das Cover der 6. Ausgabe stammt von Sascha Viktor.

Aktuell arbeiten wir mit Hochdruck an Ausgabe 6: Die Ausgabe ist fertig gelayoutet und wird noch ein letztes Mal korrekturgelesen, ehe sie Anfang August in den Druck geht.

Heute verraten wir euch, was euch in Ausgabe 6 erwartet!

Unsere drei Kurzgeschichten enthalten diesmal Feen verschiedenster Art, Schicksalsgemeinschaften in unwirtlicher Umgebung, junge Liebe und alte Freundschaft.

Nora Bendzkos Mutter Finsternis nimmt euch mit in eine sterbende Welt, in der eine Gemeinschaft von Feen gegen die drohende Auslöschung durch den Großen Sturm kämpft und in der Protagonist Morpho sich gleichzeitig dem Erwachsenwerden und einer Begegnung mit der titelgebenden Finsternis stellen muss.

Auch in Die gayte Fee von Janus Reihmann spielt eine Fee eine Rolle – aber in der leichtherzigen romantischen Geschichte über Verliebtsein und Unsicherheit nimmt sie eine ermutigende und erklärende Rolle ein.

Miou Sascha Hilgenböcker entwirft in Schimmer im Staub eine Welt, in der die hochtechnisierten Städte und Straßen von der Außenwelt abgeschirmt sind – und erzählt die Geschichte einer kleinen Gemeinschaft, die sich in eben diesem Draußen befindet.

In unserem Essay fragt sich Aiki Mira: Wovon träumen Androiden? Und nein, die Antwort lautet nicht: elektrische Schafe, sondern: Von Queer* Science-Fiction! Der Essay stellt die Frage, was Queer* Science-Fiction alles aufmischen und auf den Prüftstand stellen kann, und verhandelt anhand mehrere Beispiele unbewusster Default-Einstellungen in der SciFi-Erzähltradition.

Ihr könnt Ausgabe 6 schon jetzt als Heft vorbestellen.

Der Preis liegt wieder bei € 7,99 Für das Heft. Die PDF-Version für € 5,99 findet ihr auch ganz bald im Shop. Ein E-Book wird es erst einmal nicht mehr geben, da die Erstellung sehr aufwändig ist und pro Ausgabe unter 10 Stück verkauft wurden.

Außerdem könnt ihr Queer*Welten auch abonnieren.

Oh, und bitte nicht vergessen: Wir suchen Dich! Um genau zu sein, suchen wir DEINE Kurzgeschichte oder DEIN Essay; wir kümmern uns ab jetzt auch schon um die Inhalte von Ausgabe 7 aufwärts.

Und falls ihr noch mehr Queer*Welten, unserer Arbeitsweise und uns wissen möchtet: Ihr könnt euch auf YouTube jetzt unser Ein-Jahr-QueerWelten-Panel anschauen, in dem wir eure Fragen beantwortet und von hinter den Kulissen erzählt haben.

Video: 1 Jahr Queer*Welten Online Sause

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Ankündigung Ausgabe 5

Ausgabe 5 erscheint am 20.05.2021.
Ihr könnt sie bereits vorbestellen!

Es ist soweit – das Lektorat und Layout an unserer nächsten Ausgabe sind abgeschlossen und das Heft befindet sich im Druck. Höchste Zeit, euch vorzustellen, welche Texte diesmal dabei sind und von wem das wunderschöne Cover stammt.

Unser*e Coverkünstler*in für Ausgabe 5 ist Tanks Transfeld. Tanks schreibt zum Cover:

Das Bild zeigt eine Biosphäre auf dem Mars. Es sind allerhand verschiedene Pflanzen in Containern zu sehen, Vögel kreisen in der Luft und in der Mitte befindet sich ein Gewässer. Menschen sucht man vergeblich und doch sind sie sehr präsent: Sie haben diese künstliche Welt auf einem anderen Planeten erst möglich gemacht. Wir wissen nicht, ob Menschen durch Flucht vor einer apokalyptischen Katastrophe hier her kamen oder aus Abenteuerlust. Aber wir wissen, wir Menschen können immer und überall neu anfangen und Spuren hinterlassen.

Unsere drei Kurzgeschichten führen diesmal in eine postapokalyptische Stadt, auf einen imaginär-absurden Rachefeldzug gegen diskriminierende Behörden und zu ersten Schritten in Freiheit.

Stadt der Sündigen von Romy Wolf nimmt euch mit in ein postapokalyptisches Setting voller Melancholie, zu einer zerbrochenen Liebe und zu schlimmen Erinnerungen.

Tragisch-komisch hingegen wird es in Das letzte Marzipanbrot von Rebecca Westkott – ein Einhorn mit chronischen Krankheiten begibt sich auf den ultimativen Rachefeldzug gegen verständnislose Chefs und bösartige Arbeitsamtmitarbeiter.

Von Jol Rosenberg stammt Rechter Haken, eine Geschichte über die ersten Gehversuche einer Person in Freiheit, die auf der Suche nach dem eigenen Weg gegen äußere und innere Feinde ankämpfen muss.

Unser Essaybeitrag stammt diesmal von Alex Prum und trägt den schönen Titel Historisch korrekte Drachenreiter – es geht um die vermeintliche historische Korrektheit in Fantasy-Settings und darum, wie oft diese nur als Scheinargument herhalten muss, um Diversität zu verhindern.

Außerdem gibt es natürlich wie immer unseren Queertalsbericht mit Lesetipps – diesmal mit dem Schwerpunkt Novellen.

Ihr könnt Ausgabe 5 schon jetzt als Heft oder als Ebook vorbestellen.

Der Preis liegt wieder bei € 7,99 Für das Heft und € 5,99 für die elektronische Ausgabe. Außerdem könnt ihr Queer*Welten auch abonnieren. Wir weisen an dieser Stelle noch einmal darauf hin, dass wir leider aus Kostengründen die Auflage verkleinern mussten. Es wird also von der Print-Version nicht mehr so viele Exemplare geben wie bisher.

Oh, und bitte nicht vergessen: Wir suchen Dich! Um genau zu sein, suchen wir DEINE Kurzgeschichte oder DEIN Essay; wir kümmern uns ab jetzt auch schon um die Inhalte von Ausgabe 6 aufwärts.

Queer*Welten 1 ausverkauft

Liebe Leser*innen,

es ist so weit! Queer*Welten 1 ist als Heft nicht mehr erhältlich und wir nicht nachgedruckt. Die Ausgabe ist damit ausverkauft.

Stand jetzt (08.03.2021) sind bei Amazon noch 10 Exemplare verfügbar, ebenso ein paar Exemplare jeweils noch beim Amrûn Verlag und im Otherland Berlin (bei diesen bitte per Mail bestellen, der Link führt auf die Kontaktseite).

Natürlich ist die Ebook-Ausgabe weiterhin erhältlichentweder direkt bei uns im Ach je Verlag oder auch auf allen Ebook-Portalen.

Lesetipp: Synchronicity

Von Sharon Dodua Otoo
Erschienen 01.08.2014 bei edition assemblage
Genre: Afrofuturismus
ISBN: 978-3-942-88574-4

Auf der Schwarzen britischen Autorin Sharon Dodua Otoo ruhen derzeit die Augen der deutschen Literaturszene: Sie lebt in Berlin, schreibt auf Englisch und Deutsch und erhielt 2016 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Ihre beiden Novellen „the things i am thinking while smiling politely“ und „Synchronicity“ erschienen zunächst auf Englisch bei der edition assemblage und sind auf Deutsch unter anderem als Sammelband bei Fischer erhältlich.

Otoo selbst bezeichnet „Synchronicity“ als Afrofuturismus: Die Grafikdesignerin Cee verliert in der Adventszeit, in einem grauen Winter in Berlin, nach und nach die Wahrnehmung von Farben. Von ihrer Mutter weiß sie, dass dies passieren würde, denn ihre Ahnenlinie besteht aus Frauen, die in der Isolation leben, irgendwann ohne Beteiligung einer zweiten Person eine Tochter gebären und schlussendlich ihre Farbwahrnehmung verlieren. Doch das ist nicht das Ende der Geschichte: Cee weiß bereits, dass ihre Farben durch einen Polysinn ersetzt werden, eine Art psychosomatische Ganzkörperfarbwahrnehmung. Als Grafikdesignerin versucht sie, sich mit HTML-Farbcodes über Wasser zu halten, während ihr ihre Farben entgleiten. Besonders der Verlust der Wahrnehmung ihrer Hautfarbe schmerzt, doch als ihr Polysinn ihr nach und nach jede Farbe ersetzt, eröffnet sich Cee eine ganz neue Welt.

Die Künstlerin Sita Ngoumou hat mit dem Text harmonierende, nachdenkliche Illustrationen zu „Synchronicity“ beigetragen. „Synchronicity“ schreckt nicht davor zurück, die im deutschsprachigen Raum so seltene Brücke zwischen der sogenannten „E-Literatur“ und der Phantastik zu schlagen. Es gelingt ihr mühelos, der phantastische Unterbau entfaltet sich auch in der Kürze und lässt Lesende mit dem Wunsch zurück, dass die Literaturszene durchlässiger werden möge.

Sharon Dodua Otoo hat eine Rede zu den Literaturtagen 2020 in Klagenfurt gehalten, die großartig von Vielfalt und Veränderlichkeit in Sprache und Literatur spricht und dabei gängige Vorurteile à la „Political Correctness/Gendern/das Benutzen von Eigenbezeichnungen zerstört die Kunstfreiheit!“ als das entlarvt, was sie sind. Es gibt die nachdrückliche, entschlossene Rede mit dem Titel „Dürfen Schwarze Blumen malen?“ u. a. auf YouTube.

Diese Rezension erschien zuerst in Ausgabe 2 von Queer*Welten.

Als Taschenbuch auf Amazon* kaufen!

Lesetipp: Berlin – Rostiges Herz

Von Sarah Stoffers
Erschienen 15.10.2018 im Amrûn Verlag
Genre: Steampunk
ISBN: 978-3-95869-373-9

In einer Post-Klimawandel-Zukunft liegt ein steampunkiges Berlin am Meer, die Leute dort haben zivilisatorisch nach einem kataklystischen Ereignis noch einmal neu angefangen. Mit den Vibes des 19. Jahrhunderts hat die Stadt zu neuer, aber ganz anderer Größe gefunden, beherrscht von Zuckerindustriellen, Magiertürmen und einer ganz neuen Form von „Maker-Culture“.

Mathilda und Fidelio lieben dieselbe Frau, Rosa, und diese findet von Macarons vergiftet auf ihrem Geburtstag den Tod. Von jenen Macarons, die Mathildas Geburtstagsgeschenk an Rosa waren. Und das auch noch kurz bevor Fidelio Rosa einen Heiratsantrag machen konnte. Mathilda gerät unter Mordverdacht, und im Versuch, ihre Unschuld zu beweisen, kommt sie bald einem Intrigengeflecht zwischen Berlins Erfinder*innen und der zaubernden Elite auf die Spur.

Das Buch funktioniert einfach wunderbar visuell, von Fidelios farbwechselndem Kolibri zu den illegalen Gleiterrennen in der Arena bis zu den steampunkigen Ideen an allen Ecken und Enden und den interessant eingestreuten Details zu Mode und Alltagsleben. Ein weiteres Highlight dieser Zukunft: Heteronormativität ist nicht mehr – zumindest in dieser Hinsicht wiederholt sich das 19. Jahrhundert nicht. (Almost) everyone is gay, und besonders Mathilda ist in ihrer polyamoren Zuneigung zu zwei Frauen sehr facettenreich gezeichnet. Stoffers selbst ist queer und nichtbinär, ihre Protagonistin ist Schwarz. „Berlin – Rostiges Herz“ zeigt mit großer Leichtigkeit, wie Steampunk aussehen kann, wenn es das viktorianisch-wilhelminische Korsett ablegt.

Dieser Lesetipp erschien zuerst in Ausgabe 1 von Queer*Welten.

Als Taschenbuch bei Amazon* kaufen.
Als Taschenbuch in der Ach je’schen Verlagsbuchhandlung kaufen.

Als Ebook bei Amazon* kaufen.

Lesetipp: The City We Became

Erschienen 24.3.2020 bei Orbit Books
(Englische Ausgabe)
Bisher keine deutsche Übersetzung angekündigt
Genre: Urban Fantasy
ISBN: 978-0-35651-267-9

N. K. Jemisin ist eine Schwarze US-amerikanische Autorin, deren fantastische „Broken-Earth“-Trilogie in drei Jahren in Folge den Hugo Award gewann. Ihr neuester Roman „The City We Became“ spielt im Gegensatz zu Jemisins anderen Romanen in unserer realen Welt und Zeit – genauer, in der Stadt New York, in der Jemisin selbst lebt und teilweise aufgewachsen ist.

Schon im ersten Kapitel jedoch merkt man, dass auch hier phantastische Geschehnisse ihren Lauf nehmen. Die Stadt New York muss gegen ein anderweltliches, lovecraftianisches Böses kämpfen – und hat dafür sechs menschliche Avatare zur Verfügung. Das Problem: Die Avatare sind gerade erst erwacht und müssen erst ihre Kräfte entdecken, zueinander finden und verstehen, was überhaupt auf dem Spiel steht, bevor sie wirksam gegen die Angreiferin aus einer anderen Dimension vorgehen können. Die Autorin nimmt sich sehr viel Zeit, um die einzelnen Protagonist*innen einzuführen, sodass die Hand-lung eher langsam in Gang kommt. Man sollte darum für dieses Buch etwas Zeit und Geduld mitbringen. Das Worldbuilding ist nur auf eine Art zu bezeichnen: komplex, aber gleichzeitig simpel, dabei abgedreht, aber auf eine gute Weise. Ist man aber bereit, sich auf diese Gedankenakrobatik einzulassen, wird man mit einer fantastischen Geschichte belohnt, die einen still und heimlich immer tiefer in ihren Bann zieht. Die Protagonist*innen haben, wie bei Jemisin nicht anders zu erwarten, die verschiedensten Hinter-gründe und spiegeln die Vielfalt und Diversität New Yorks wider. Die Liebe zur Stadt New York ist in jeder Zeile zu fühlen, trotz all ihrer Ecken und Kanten und Probleme. So bekommt man auch als Lesende*r den Eindruck, New York auf eine profunde Art und Weise kennengelernt zu haben – auch wenn man im realen Leben noch kein einziges Mal dort war.

Das Buch ist der Auftakt zu einer Trilogie, ist aber auch als Einzelband sehr gut zu lesen, da es ein abgeschlossenes Ende gibt.

Diese Rezension erschient zuerst in Ausgabe 1 von Queer*Welten.

Als Taschenbuch bei Amazon* kaufen.
Als Ebook bei Amazon* kaufen.

Kurz notiert: Lesetipps

In unseren Queertalsberichten besprechen und empfehlen wir immer wieder Bücher, die uns gefallen haben, vor allem im Bereich der queerfeministischen Phantastik, manchmal aber auch in anderen Genres oder Kategorien.

Natürlich sollen diese Lesetipps zunächst einmal für all diejenigen sein, die unsere Ausgaben kaufen. Aber Queer*Welten ist angetreten, um die Geschichten bekannter zu machen, die sich vom weißen, cis-heteronormativen und althergebrachten Phantastik-Markt abheben und marginalisierten Personen eine Stimme geben, sei es als Protagonist*innen oder Autor*innen. Deswegen möchten wir unsere Tipps einem möglichst großen Publikum zugänglich machen, auch wenn eine Ausgabe vielleicht als Print schon vergriffen ist oder Personen nur im Internet nach lesenswerten Büchern suchen.

Deswegen werden ab sofort unsere Lesetipps auch hier auf der Website noch einmal veröffentlicht, und zwar frühestens drei Monate nach Erscheinen der Ausgabe, in der sie enthalten sind. Wir hoffen, dass wir damit auch eine Sammlung empfehlenswerter Phantastik aufbauen können, die sich hier schnell und übersichtlich wiederfinden lässt.

Den Anfang macht Judiths Besprechung des Romans Von Rache und Regen 1 – Regentänzer von Annette Juretzki, die zuerst in Ausgabe 1 von Queer*Welten erschien.

Lesetipp: Von Rache und Regen I : Regentänzer

Erschienen 2019 im Traumtänzer Verlag
ISBN: 978-3-947031-26-9

Nach ihrer Science-Fiction-Dilogie „Blind“ und „Blau“, in der Annette Juretzki schon einige Register in Sachen Weltenbau gezogen hat, wendet sie sich in ihrem neuen Zweiteiler, dessen erster Teil 2019 erschienen ist, dem selten „bespielten“ Genre eisenzeitlicher Fantasy zu. Nicht nur das: „Regentänzer“, der erste Band der Dilogie „Von Rache und Regen“ ist ein Zombie-Eisenzeit-Fantasyroman!

Protagonist Riagh gehört zu einem von den imperialen Legionen eroberten Volk und wurde selbst Soldat. Zu Beginn des Buchs ist Riagh bereits mit seinem Ziehbruder desertiert. Dieser starb bei der Desertation, und Riagh schleppt seitdem einiges an Trauer und Zorn mit sich herum. Er ist auf dem Weg zu seiner Ziehschwester und Ver-lobten Anryn, durch sein Heimatland, das nicht nur allgegenwärtig von den Regengött*innen des Landes heimgesucht wird, sondern auch noch von Untoten, denn ein nekromantischer Fluch wurde auf das Imperium und alle von ihm unterworfenen Regionen losgelassen. Auf seinem Weg nach Hause trifft Riagh auf Lynchjustiz – ein paar Fi-scher*innen haben einen Fremden gefunden, der aus dem Reich stammt, das eben diesen Untotenfluch über das Imperium brachte. Riagh hat kaum geblinzelt, da hat er schon zwei Fischer umgelegt (diese anger issues!) und kurze Zeit später einen Nekromanten namens Nuzar als Gefangenen.

Riagh muss sich nicht nur Untoten stellen, sondern auch seinen eigenen Dämonen. Mit seinem Ziehbruder verband ihn mehr als brüderliche Liebe, und zu lesen, wie Riagh sich mit der Schuld um dessen Tod und gleichzeitig mit seiner eigenen internalisierten Queerfeindlichkeit und seinen Gefühlen für Nuzar quält, ist bewegend und hält einige großartig geschriebene emotionale Szenen bereit. Auch die Migrations- und Umbenennungserfahrungen der in Polen geborenen Autorin finden sich im Roman wieder, in dem es auch immer wieder um Dominanzkultur geht und darum, was diese mit von ihr einverleibten Kulturen macht. Juretzki zeichnet Riagh und Nuzar als komplexe und psychologisch interessante (und sehr unterschiedliche) Charaktere, der politische und magische Weltenbau ist interessant und hält immer wieder Twists und Überraschungen bereit. Um den allgegenwärtigen Regen sind ein Pantheon, eine Religion und Kultur und eine Menge Legenden gewoben, die sich tief und organisch gewachsen anfühlen – eine Meisterleistung im phantastischen Weltenbau.

Eine weitere Facette dieser Welt: Nuzar spricht immer im generischen Femininum, was in seiner Kultur und Sprache tief verankert ist und zu einigen Missverständnissen zwischen den ungleichen Protagonisten führt. Juretzki, selbst queer und neurodivergent, hat Religionswissenschaften studiert, was man dem Weltenbau auf die bestmögliche Weise anliest. Für mich nicht nur, aber definitiv auch wegen der mythologischen Verankerungen der kleinsten Erzähldetails ein Highlight aus dem letzten Jahr, das ich gern auf den Shortlists aller Phantastikpreise gesehen hätte!

Aus der Feder von Annette Juretzki stammt auch die Kurzgeschichte „Nebelflor“ in Ausgabe 1 von Queer*Welten.

Als Taschenbuch bei Amazon* kaufen.
Als Ebook bei Amazon* kaufen.

Ankündigung Ausgabe 4

Ausgabe 4 erscheint am 25.02.2021.
Ihr könnt sie bereits vorbestellen!

Die nächste Ausgabe von Queer*Welten ist aktuell kurz vor dem Layout und erscheint am 25.02.2021.

Das Cover von Rilana Blumenstiel haben wir euch schon vorgestellt. Heute erfahrt ihr, welche Texte euch in Ausgabe 4 erwarten.

Die drei Kurzgeschichten führen euch diesmal zu einer magischen Prüfung, in eine Raumstation und zu einer absurd-komischen transdimensionalen Zeitreise.

Im Raum steht die Wut von Teresa Teske ist eine Science-Fiction-Geschichte über Flucht, Ausgrenzung und Hoffnung. Die Beamtin einer Zollstation trifft auf die unerfahrene Ya’ai, in deren Raumschiff sich etwas verbirgt, von dem niemand finden darf.

Von Jasper Nicolaisen stammt die komisch-absurde Geschichte Ritterchen Vulva. Es geht um Schlangen, Meerschweinchen, den Weltuntergang und die Kraft kleiner Momente.

Angesicht zu Angesicht von Tristan Lánstad ist eine Fantasy-Geschichte über eine magische Prüfung, in der ein Spiegel bezwungen werden muss und sich die Hauptfigur gleichzeitig fragen muss, wer sie eigentlich sein möchte.

Im Essaybeitrag Die Angst vor der Cancel Culture wirft Elea Brandt einen Blick auf den gleichnamigen Begriff, erklärt, was es damit auf sich hat, was es eigentlich heißen soll „gecancelt“ zu werden und welche Strukturen wirklich Stimmen zum Schweigen bringen.

Außerdem gibt es natürlich wie immer unseren Queertalsbericht mit Lesetipps und Hinweisen auf (Online-)Veranstaltungen.

Ihr könnt Ausgabe 4 schon jetzt als Heft oder als Ebook vorbestellen. Der Preis liegt wieder bei € 7,99 Für das Heft und € 5,99 für die elektronische Ausgabe. Außerdem könnt ihr Queer*Welten auch abonnieren. Und wenn euch das Cover von Ausgabe 4 gefällt: Das gibt es auch als Poster.

Oh, und bitte nicht vergessen: Wir suchen Dich! Um genau zu sein, suchen wir DEINE Kurzgeschichte oder DEIN Essay; wir kümmern uns ab jetzt auch schon um die Inhalte von Ausgabe 5.